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Tanja Jeschke

jetzt unter Vertrag bei der

Literarischen Agentur

Antas Bindermann Listau. Wir wünschen ihr viel Erfolg für die Vermittlung

ihres neuen Romans!

Auf der

Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet mit dem

Christlichen Buchpreis 2015

 

Tanja Jeschke

Die große Bibel für Kinder

Illustriert von

Marijke ten Cate

Deutsche Bibelgesellschaft

Stuttgart 2012

ISBN 978-3-438-04070-1

288 Seiten; 22,99 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Essay

„Ich kämpfe einen schweren Kampf gegen Bitterkeit" – Ein Porträt der Lilli Jahn

 

Das Erschrecken über die Shoa nimmt nicht ab. Das Erschrecken: so ist es gewesen – es sickert auch durch noch so fest gezogene und dick aufgetragene Schlussstriche hindurch, es lässt nicht nach. Und das ist gut. Es ist eine unserer wenigen Möglichkeiten, aufzuwachen und teilzunehmen. Doch worauf bezieht es sich? Auf das Wissen um das Böse, das in der Welt ist und mit dem noch kein Mensch je „fertig" geworden ist? Auf den Einfluss falschen Denkens, dem jeder erliegen kann? Auf die Ohnmacht gegenüber einer absurden Übermacht? Auf etwas Allgemeines, Mächtiges, Anonymes also? Und woran dann teilzunehmen? Geht das Einzelschicksal, dessen Geschichte den Schrecken hervorruft, denn nicht wiederum unter, und zwar im Schrecken selbst, weil nicht dieser Mensch in seiner Shoa wahrgenommen wird, sondern die zu fürchtende Macht, deren Opfer er wurde?

Lilli Jahn. Eine Jüdin, in Auschwitz umgekommen.

Noch immer gibt es Zigtausende von Menschen, über die noch nicht geweint und getrauert wurde, Einzelschicksale, deren Geschichte noch nicht erzählt wurde und die doch für die Angehörigen noch heute von großer Bedeutung ist. Und nicht nur für die Angehörigen: „Jede neue Biographie, jede authentische Quelle aus der NS-Zeit erreicht auch neue Leser und ist schon deswegen ein Gewinn für die politische Kultur der Gegenwart und das historische Bewusstsein kommender Generationen", schreibt ihr Enkel Martin Doerry.

Es sind insgesamt 250 Briefe, die Lilli Jahn – es gleicht einem Wunder - unmittelbar vor ihrer Deportation nach Auschwitz aus dem Lager Breitenau bei Kassel ihren Kindern zukommen lassen konnte. Das war 1944. Vor vier Jahren wurden sie nach dem Tod ihres Sohnes Gerhard – Justizminister im Kabinett Willy Brandts – auf dessen Dachboden gefunden und dann von Martin Doerry geordnet, der den Briefwechsel nun herausgegeben hat.

Lilli Schlüchterer kam 1900 als Tochter einer wohlhabenden Kölner Fabrikantenfamilie zur Welt. Sie wollte Ärztin werden und was sie wollte, gelang ihr. Eine lebenslustige Frau, die gern tanzte, radelte, die ein großes Interesse für Kunst, Musik, Literatur und für Diskussion hatte, engagiert in jeder Beziehung, besonnen, weitblickend, verständnisvoll gegenüber menschlichen Schwächen. Während des Studiums lernte sie ihren Kollegen Ernst Jahn kennen, der in der herrschenden Inflation sein geerbtes Vermögen verloren hatte und – mit einer ängstlichen Vorliebe fürs Vage - an eine feste Anstellung kaum glauben konnte, die er schließlich im hessischen Immenhausen aber doch fand. Ihn wollte Lilli Jahn heiraten, und wieder gelang ihr, was sie wollte. Sie überwand mit eigensinniger Klarheit und einem fast enthusiastischen Liebesschwung sowohl die Skrupel ihrer Eltern, die vor einer Mischehe warnten, als auch die ihres Ehemannes, der sich auch in dieser Beziehung nicht recht sicher war. Lilli war eine Kampflustige, sie hatte die Kraft, Schwierigkeiten ihre freundliche, kluge Stirn zu bieten, und sie verfügte dabei über zwei starke Leitfäden: einen Sinn fürs Realistische und einen für das, was höher ist als alle Vernunft. Das Gute, das Wahre - sie fühlte es als „Lebenslust und –freude" in sich, schrieb von ihrem „Willen zum Leben, von diesem lebensbejahenden Gefühl, das einem soviel Kraft und Mut gibt und uns nicht untergehen lässt". Aber gleichzeitig legte sie Wert auf angemessene Entscheidungen und bat Ernst eindringlich um eine realistische Selbstprüfung, „ob nicht Dir die Ehe mit einer Jüdin in Deinem Beruf und dem Vorwärtskommen Schwierigkeiten bereiten wird, und ich bitte Dich von Herzen, mir mit aller Offenheit darauf zu antworten". Ihr Selbstverständnis ging weit hinaus über das damals sich emanzipierende Frauenbild. Natürlich verteidigte sie gegenüber Ernsts konservativen Vorstellungen ihren Wunsch, berufstätig zu sein trotz Ehefrau- und Mutterpflichten: „Du kannst sagen, was Du willst, und über das Frauenstudium denken, was Du willst: Ich habe nie aus Spielerei studiert, und je länger ich in meinem Beruf stehe, um so mehr hänge ich daran". Aber um Selbstverwirklichung an sich ging es Lilli nie. Ihre innere Spur, die sie mit großer Klarheit verfolgte und nie verließ, zeigt sich da am deutlichsten, wo dieselbe sich im Spiegel der Geschichte reflektiert. In der gemeingefährlichen Dunkelheit des Nationalsozialismus tritt ans Licht, wer diese Frau wirklich war. Das System des Bösen und die Seele, Liebe und Gefühle Lilli Jahns stehen einander gegenüber in einer Krassheit, die nicht mehr zu überbieten ist. Vor dem Angesicht dieser Frau entlarvt sich die Fratze des Bösen. Lilli Jahn – ihr Name bedeutet das oben erwähnte Erschrecken, aber auch das unglaublich schmerzliche Erstaunen darüber, wie es anders sein kann zwischen den Menschen, nämlich wie Liebe ist, wie Güte und vor allem wie verzweifelte Gradheit und Ehrlichkeit wirken. Gerade in dieser tiefschwarzen Zeit.

Als 1933 Hitler an die Macht kommt, muss die junge Ärztin ihre Praxis bald aufgeben. Die nationalsozialistischen Mitbürger setzen Lilli Jahn so zu, dass sie sich kaum mehr aus dem Haus traut. „Im übrigen ist der gesellschaftliche Boykott hier in Immenhausen uns gegenüber von einer ungeahnten Vollkommenheit", schreibt sie im Februar 1934 und wenig später: „Wir Eltern würden dies uns zu der deutschen Erhebung zugeteilte Los mit einigem Gleichmut tragen in dem Bewusstsein, nicht gegen Volk und Staat irgendwie uns vergangen zu haben, aber unserer Kinder wegen lastet alles sehr auf uns."

Lillis Mutter und Schwester emigrieren wie viele andere ihrer Verwandten, und auch für die Jahns öffnet sich 1939 eine Tür nach England, aber Ernst Jahn fürchtet sich vor dem Neuanfang im Ausland, und so bleiben sie mit ihren vier Kindern - Gerhard, Ilse, Johanna und Eva - in Deutschland. Ernst Jahn hält dem Druck nicht stand und beginnt eine Liebesbeziehung mit einer Ärztin, Rita Schmidt, die ihn im Urlaub in seiner Praxis vertreten hat. Nun kommen für Lilli also zu der äußeren Einsamkeit und Isolation auch noch die inneren Spannungen der Ehe dazu. Die Geliebte wohnt zeitweise mit im Haus und bringt schließlich sogar ein Kind von Ernst Jahn zur Welt, bei der Geburt hilft Lilli mit – unvorstellbar, was sie dabei empfunden haben muss. Unvorstellbar auch die Tragik, dass sie ihrem Mann zuliebe in Nazideutschland geblieben ist, wo er sie wiederum im Stich lässt. Er lässt sich von ihr scheiden und heiratet Rita. Eine Zeitlang wohnt die Familie weiter unter einem Dach, aber Lilli hat nun ihren einzigen Schutz durch die „Mischehe" mit einem Arier verloren, und der Bürgermeister Groß veranlasst schließlich, was er schon 1942 in einem Brief an seinen Vorgesetzten erwogen hat: „Durch die Abschiebung der Jüdin könnte die Arierärztin den Haushalt des Arztes Jahn weiterführen.... Und es könnte dadurch erzielt werden, dass die noch hier einzig wohnende Jüdin von hier verschwindet. Heil Hitler!" Mit ihren inzwischen fünf Kindern (Dorothea wurde 1940 geboren) zieht Lilli nach Kassel.

„Ich fühle mich im Innersten grenzenlos einsam und verlassen, ich kämpfe einen schweren Kampf gegen Bitterkeit, Enttäuschung und den Glauben an die Menschen", schreibt sie an eine Freundin. Aber wie immer: Sie geht ihren Weg. „Die Liebe höret nimmer auf" – mit diesem Zitat aus dem ersten Korintherbrief beginnt Lilli ein Notizbuch, in dem sie Gedanken und Sentenzen, u.a. auch von Hölderlin, Hegel, Rilke zu ihrem Lebensthema „Liebe" sammelt. Ihre Kinder lässt sie evangelisch taufen und konfirmieren, sie selber bleibt im Judentum verwurzelt und immer neu mit der Existenzfrage beschäftigt, die sie jedoch nicht mit einem bewussten Glaubensleben zu beantworten sucht, sondern mit dem intensiven Bemühen, in jeder Situation und nicht selten ihren eigenen Gefühlen zum Trotz zu lieben, zu verstehen, zu vergeben. Ihre innere Spur führt sie sogar dahin, für ihren Mann Verständnis zu gewinnen und bei ihren Freunden darum zu werben, sein Verhalten nicht zu verurteilen. Auf den ersten Blick wirkt es befremdend, wenn sie in einem Brief an ihre Freundin von seiner „weichen, zarten Empfindsamkeit" schreibt, „die es ihm unmöglich gemacht hätte, an einer Entsagung und Überwindung innerlich zu wachsen und zu reifen" und überzeugt ist: „weder Leichtsinn noch Herzlosigkeit noch Schlechtigkeit kann man ihm vorwerfen". Doch Lilli nimmt ihren Mann nicht in Schutz als blinde, naive Ehefrau, die nicht wahr haben will, was ihr angetan wird. Sie beschreibt die Situation und ihren Kummer ehrlich und schonungslos. Aber sie scheint dabei bewegt zu sein von so etwas wie Erbarmen ohne jede Beschönigung, von eben dem, das höher ist als alle menschliche und auch weibliche Vernunft. In keinem ihrer Briefe verdammt sie Ernst Jahn, ihre Situation, ihre Not. Sie zeigt ihr Leiden sehr wohl, ihre Verzweiflung, aber letztlich bleibt sie ihrem Herzen treu, so verwundet es auch ist.

Der Begriff des Herzens sammelt all das, was das Dritte Reich systematisch zerstören wollte. Der Nationalsozialismus war eine abartige Kampagne gegen die Liebe. Aber Lilli Jahns Leben zeigt, dass sie nicht kaputt zu kriegen ist. Dass die Gewalt der Nazis ein stinkender Lappen ist angesichts der Kosenamen, die zwischen Mutter und Kindern ausgetauscht werden.

Ende August 1943 wird sie von der Gestapo in das Arbeitserziehungslager Breitenau verschleppt. Zwölf Stunden am Tag Zwangsarbeit in einer Pharmafabrik. Die Kinder bleiben allein zurück. Erst als das Haus in Kassel bei einem Luftangriff völlig ausbrennt, ziehen sie zu ihrem Vater zurück, wobei sie unter den ständigen Spannungen mit seiner neuen Frau zu leiden haben.

Ein intensiver Briefwechsel zwischen Lilli und ihren Kindern beginnt. Sie lassen sie teilnehmen an Schulproblemen, Kuchenbäckerei, Ausflügen, Angst und Ärger, schicken Päckchen, Geld, Liebesbezeugungen, so oft es geht. Lilli selber darf nur einmal im Monat schreiben, ab und zu jedoch schafft sie es, ein paar unzensierte Zeilen auf der Zugfahrt zur Arbeit herauszuschmuggeln.

Diese Briefe: ein aufwühlendes Zeugnis von Menschen, die aneinander festhalten und sich gegenseitig das Leben zusprechen, das ihnen fortwährend von außen abgesprochen wird. Und doch sind auch diese Briefe letztlich ein Symptom des Bösen, denn sie zeugen von der Umdrehung dessen, wie es eigentlich sein sollte: hier müssen die Kinder ihre Mutter versorgen. „Kriegst Du satt zu essen?... Frierst Du mir nicht?... Zieh Dir doch warme Wäsche an, die Du doch noch hast. Gell, tu das, damit Du nicht krank wirst.... Ich mache alles so gut ich kann, und es wird allmählich Deiner Arbeit ähnlich." schreibt Ilse an Lilli nach Breitenau.

Wiederholt bittet Ilse den passiven Vater, der seine quälenden Schuldgefühle in langen Briefen an seine Tochter loszuwerden versucht, bei der Gestapo ein Gesuch um Freilassung der Mutter einzureichen, und er zögert oder verspricht, alles Mögliche zu tun, was aber schließlich auf dasselbe hinaus läuft: im März 1944 wird Lilli nach Auschwitz deportiert.

Im Juni 1944 stirbt sie. Bis heute ist nicht klar, ob sie an Krankheit und Schwäche starb oder in der Gaskammer umkam.

Der Stil, in dem ihr Enkel Martin Doerry die knappen Kommentare zwischen den einzelnen Briefen verfasst, scheint - nach allem, was man von Lilli Jahn erfährt – ganz in ihrem Geist zu sein. Nicht allein deshalb, weil ihre Kinder und ihr Leben im Mittelpunkt stehen, wie es ihr selber am wichtigsten war. Es sind vor allem die Zwischentöne, die sprechen: Keiner verrät den mitgekränkten Enkel. Keine Polemik will nachträglich abrechnen. Schuld wird nicht zugewiesen, ist aber deutlich da. Kein Zeigefinger erhebt sich gegen Ernst Jahn oder die Immenhausener Bürger. Mildernde Umstände gibt es nicht, aber wenn irgend möglich, wird das Bestmögliche vom andern gedacht und nicht das Schlechteste unterstellt. Kein Hass, stattdessen Trauer. Lilli Jahn, eine Jüdin, in Auschwitz umgekommen.

 

(Martin Doerry: „Mein verwundetes Herz". Das Leben der Lilli Jahn 1900-1944. DVA, München 2002)

 

Der Text erschien im August 2002 in der Stuttgarter Zeitung.

Eine Reise auf Virginia Woolfs Spuren

 

Im Jahr 1904 machte die 22jährige Virginia Woolf eine Reise in die abgelegene Heidelandschaft nach Haworth, um sich das Haus der Bronté-Schwestern anzuschauen. Aber sie war sich über den Wert ihrer Neugier nicht sicher und überlegte, „ob Pilgerfahrten zu den Wohnstätten berühmter Männer nicht eigentlich als empfindsame Reisen zu verurteilen sind." Sie glaubte: „Die Neugierde ist nur dann legitim, wenn das Haus eines großen Schriftstellers oder die Landschaft, in der es liegt, unserem Verständnis seiner Bücher etwas hinzufügt."

Einige Jahre später trieb diese Neugierde sie in das Haus von Carlyle, und sie befand: „Eine in ihrem Haus in 5 Cheyne Row verbrachte Stunde vermittelt uns mehr, als wir aus allen Biographien erfahren können." Und dann kommt sie zu dem Schluß: „An ihren Häusern können wir sie erkennen – und Schriftsteller drücken ihrer Umgebung ganz gewiß einen unauslöschlicheren Stempel auf als andere Leute. Sie mögen vielleicht keinerlei künstlerischen Geschmack haben, aber sie besitzen eine weitaus seltenere Gabe – die Fähigkeit, sich in einer ihnen entsprechenden Weise einzurichten, den Tisch, den Stuhl, den Vorhang, den Teppich zum Abbild ihrer eigenen Person zu machen."

Und was sehen wir, wenn wir uns der Landschaft um Monk's House nähern, wo Virginia Woolf bis zu ihrem Tod 1941 mit ihrem Mann Leonard Woolf an den Wochenenden und während des 2.Weltkriegs die ganze Zeit über gelebt hat?

Southease.

Blausonniger Himmel, grauweiße Wolkenfelder. Der Wind bläst über die Downs. Hier die Brücke, deren gekreuzte Holzpfeiler in der Ouse stehen. Der Fluß, in dem Virginia Woolf sich ertränkt hat. Weiter oben muss sie ins Wasser gegangen sein, denn man fand sie hier.

Ein dorniger Busch mit roten Beeren steht bei der Bank an der Uferböschung. Lewes ist in der Ferne zu sehen, eine viereckige Felsenbastion, Häuser erheben sich über den Feldern. Ausgebleichte Holzgatter am Weg entlang, der hinunterführt nach Southease. Auf der andern Seite des Flusses ist der Bahnhof des Ortes. Eine alte schwarze Eisenwinde liegt im Gras. Ein Teil der Brücke wurde im Krieg zerstört.

Monk's House in Rodmell

Monk's House liegt unten an einer engen, sich windenden Straße, die aus Rodmell hinaus in die Downs führt und dort endet. Ein uraltes Steinhaus steht hier eng neben dem andern, in lauschigen Gärten voller Ruhe und Behaglichkeit, laubig-grün wie lauter kleine Orte für sich. Und dann: das weiße, gekalkte Haus, vorn ein Bretterzaun. Ein schwarzes Schild vom National Trust mit dem Namen 'Virginia Woolf'. Ein urig verbautes, hohes Gemäuer. Ein Fenster verhangen mit einem schilfgrünen Rollo. Ein anderes lockt mit einem bunt angemalten Lampenschirm. Ein roter Sesselrücken ist auch sichtbar. Und durch ein Loch im Zaun an der Seite der Kirche zu kann man ein bißchen in den Garten schauen. Rot-orange Tupfer. Kleine Apfelbäume. Weit hinten das Gartenhaus.

Ein kleiner Holzbalkon ist oben im Dach eingelassen. Das Holz des Geländers ist von mauve-farbener Verwitterung, die viel getragene Farbe von VW.

Der Weg hört in den Wiesen auf. Es war ihr letzter. Ein Gatter. Hier sieht man den Garten, die Kirche, alles von Bäumen umringt.

Firle

Es gibt hier überall bildschöne kleine Kirchen. Und es ist sehr erstaunlich festzustellen, dass sich im letzten Jahrhundert wohl kaum etwas am Aussehen dieser winzigen Dörfer hier in Sussex verändert haben muss. Die Häuser sind alt und stehen da wie immer und ewig, eine Augenweide ohne Satellitenschüssel, ohne Edelterrassen, Jalousien, ohne Protzeinfahrt und Kitschhaustür, ohne moderne Plastikfenster und schnieken Rasen. Sondern klumpige Steine, Rosen, Malven, Efeu und sonstige Rankelei. Gras, Obstbäume, Hänge hinab und hinauf und vor allem kleine feste Mäuerchen, wohin man schaut. Und man schaut den ganzen Tag überallhin, denn alles labt das Auge, aber auch alles.

In Firle geht ein alter schöner Mann, Sohn eines Grobschmieds, mit uns zum Friedhof bei der alten Dorfkirche und zeigt uns die Gräber von Duncan Grant, Vanessa Bell und ihrem Sohn Quentin Bell.

Charleston

Eine lange gewundene Einfahrt vorbei an Feldern hin zur Farm, in der Virginia Woolfs Schwester Vanessa mit Quentin Bell und dem Maler Duncan Grant gelebt hat. Ein Teich, groß, mit ein paar Seerosen, liegt ruhig hingegossen vor dem über und über bewachsenen Haus mit seinen schönen, gekästelten Schiebefenstern.

Diese Räume! Es gibt da keinen nackter Zentimeter. An jedem Fenstersims, in jeder Bilderrahmenritze, über jedem Lampenschirm, auf jeder Kachel kringeln, winden, runden, funkeln und hüpfen die Farben, die Flecken, die Tupfer. Muster, Müsterchen, Borten, Ornamente wie Insekten und kubistische Formexperimente, alles bunt, pastellen, freundlich, kindlich, verspielt. Die Vorhänge englisch und gelbrosa, aber doch ganz eigen. Die Lampenständer aus Holz, aber doch ganz anders angemalt. Die Stuhllehne bis aufs i-Tüpfelchen durchgestaltet. Die hier gelebt haben, stürzten sich immer aufs neue aufs Neue. Lebens- und Kunstlust quillt hervor aus den Polstern, Ritzen, Möbeln. Sogar die Badewanne ist ein grünes Kunstwerk.

In den Zimmer waren die berühmten Intellektuellen Englands einquartiert. Clive Bell hatte eine Bibliothek für sich und oben ein Schlafzimmer. Meynard Keynes, der bedeutende Ökonom, konnte aus seinem prächtigen Fenster direkt auf den See blicken. Eine schöne rote Decke liegt über seinem Bett. Vanessas Bett steht in der Mitte ihres Zimmers, es ist sehr schmal und guckt aus den Glastüren in Richtung Garten hinaus.

Das Atelier von Duncan und Vanessa hat die Höhe und Großzügigkeit einer Kathedrale, mit hohen Fenstern, Sesseln vor dem Kamin. Tausend Gegenstände zum Angucken. Bilder, Skizzen, Originäres. Alte Farbtuben und Pinsel stehen noch herum. Und auch von hier aus kommt man in den Garten voller herrlicher Blumen, Bäume und Büsche. Man schreitet auf schmalen Wegen hindurch und trifft auf kleine Verweil-Plätze. Eine Grazie hat alles angelegt.

Der Wintergarten zerbirst schier von tropischen, hochgewachsenen Pflanzen. Leonard Woolf hat sie während seiner Zeit als Kolonialbeamter auf Ceylon kennen gelernt und dann hier aufgezogen. Man geht an der Seite von stark duftenden riesigen Liliengewächsen ein paar Stufen hinab, zieht den Kopf ein und tritt durch eine rotgefließte Diele links ins Wohnzimmer. Die Decke ist niedrig und durchquert von dunklen Holzbalken. Hellgrün getünchte Wände, das sieht hier fantastisch aus, macht den Raum groß, weit und frisch, wie Pfefferminz die Atmosphäre, so klar und durchsichtig. Gar nichts Stickig-Stubenhaftes oder Gemütliches geht davon aus, es ist wie in einem Frühlingswald. In der Ecke der Eßtisch mit angemalten Stühlen aus den Omega-Werkstätten von Roger Fry, dem Malerfreund. Bunte dicke Sessel vor dem Kamin. Ein viereckiger Kacheltisch am Pfosten in der Raum-Mitte. Hier und da ein Tischchen, ein winziger Sekretär, auf dem noch Post an Leonard Woolf liegt.

Die Fenster haben tiefe gekachelte Simse, auf denen eigentümliche Dinge liegen: ein honigfarbener Glasfisch und auch Muscheln, Steine. Wenig, Erlesenes.

Dann oben angebaut das Schlafzimmer von Virginia Woolf. Die Fensterrahmen sind intensiv grün angestrichen, es hängen ornamentale Vorhänge herab. Über dem Bett eine schneeweiße Überdecke. Die Wände hellhell-blaugrün. Die Decke hellrosa. Bücherregale, Bilder, ein Kamin, ein Spiegel, klein, mit Muscheln der Rahmen ganz dicht und perlmutten besetzt. Ein touch von Kitsch.

Von hieraus kommt man direkt in den Garten mit der kleinen Mauer, durch die es hinüber zum Obstgarten geht. Viele üppige rot-orange Pflanzen: es sind Dolden aus feuerroten fleischigen Stacheln, die gewunden hinaufstreben. Lauter Fackeln, die durch den Garten glühen. Einige große fruchtbestückte Feigenbäume. Die Ulmen, unter denen die Asche des Ehepaares verstreut wurde, stehen nicht mehr. Aber es sind Büsten von ihnen auf die Mauer gestellt. Die Inschrift: „Dir will ich mich entgegenwerfen, unbesiegt und ungebeugt, O Tod –„ War sie das: unbesiegt und ungebeugt?

Das kleine Gartenhaus steht am Rand des Bowle-Gartens an der Kirchenmauer unter einem riesigen Kastanienbaum. Die Gartenstühle – man kennt sie von einem Photo, auf dem die Charleston-Großfamilie bei den Woolfs zu Besuch ist - stehen zusammengerückt in der Ecke des Schreibraumes. Ein behäbiger, häßlicher Holztisch in der Mitte. Getrocknete Hortensien in einem Korb an der Wand. Eine Holztruhe mit einer großen Flasche ihrer grünen Tinte. Auf dem Tisch eine Schale für die Stifte. Mappen, Unterlagen. Der Raum ist mit einem hohen Giebel versehen, aber durch die Belaubung draußen ziemlich dunkel. Sehr kalt wird es im März 1941 gewesen sein.

St. Ives

Das Meer. Und das Licht. Häuser, die kühn an die Bucht gestapelt stehen. Der weite Schwung des Strandes. Aber ihr Haus ist von der Zeit verbaut, nicht wiederzufinden.

Und der Leuchtturm von „Die Fahrt hinaus" ist ein anderer, nicht dieser, der wie ein weißer Zeigefinger aus blauer Ferne herüberwinkt. St. Ives ist ein Ort für Touristen. Die Spur Virginia Woolfs verliert sich hier. Ihr Kindheittraum flüstert nicht.

Sissinghurst

Der Landsitz von Vita Sackville-West. Im Abendlicht glühen die grazilen Backstein-Türme. Hohe Erlen oder Pappeln. Das Land und sein Gut ragt hoch hinauf. Es ist viel Platz da. Das niedrige langgezogene Haupthaus hat eine schön gewölbte Toreinfahrt. Ranken, Rosen, Blätter wachsen auf eine nicht üppige Weise, obgleich sie in großer Fülle da sind. Aber hier ist nichts übermäßig oder groß oder großartig, es ist alles so fein ausgewogen und kunstreich, aber nicht gekonnt oder gekünstelt. Eine ungewöhnliche Mischung von Natur und Kunst hat sowohl die Natur als auch die Kunst verwandelt in etwas Neues. Der Garten ist prächtig: aufgeteilt in Zimmer aus weißen, roten, blauen oder gelben Inventarien. Die Wände aus Buchs. Gotische Portalbögen laden ein ins nächste und wieder nächste hinüberzuschreiten. Aber nein, schreiten ist auch schon nicht ganz passend, denn obgleich alles erhaben und schloßherrlich ist, so ist der Reiz sehr ländlich, ohne Gutsbesitz-lerisch zu sein, und man geht durchaus am besten ganz normal in festen Schuhen auf den schmalen Wegen. Es ist eine ganz und gar eigentümliche Schönheit überall verwachsen und angebaut.

Eine große weiße Rose wächst am Haus hinauf, die wurde zu Virginia Woolfs Zeiten angepflanzt. Es gibt ein Photo von ihr, wie sie im Torbogen steht, mit den Söhnen der Vita. Sie war oft zu Besuch hier in den zwanziger Jahren. Und sie hat Vita beneidet um ihr gekonntes Dame-Sein, ihre Galanz, ihre Vielseitigkeit als Gastgeberin, Mutter und populäre Schriftstellerin. Aber von ihren Romanen hielt sie nicht sehr viel.

Im Turm ist Vita Sackville-Wests Schreibzimmer zu sehen, man späht durch ein großes Gitter. Der Raum ist rund und hat hinten eine kleine Treppe hinab in eine Bibliothek voller alter Bücher bis zu Decke. Eine Trittleiter steht dabei. Die anderen Wände sind voll von Bildern, Bücherregalen, Gegenständen. Sehr viel buntes Glas, das auch in den Wendeltreppenfenster ausgestellt steht. Tassen, Teller in leuchtenden Einfarben: rot, gelb, blau. Ein Tisch in der Mitte mit einem bunten Strauß.

Auf dem Schreibtisch eine alte schmale gewebte Decke, viele Dinge, kleine Vasen und vor allem das gerahmte bekannte Photo von Virginia Woolf. Es ist dämmrig und still, eine konzentrierte, etwas solipsistische Atmosphäre. Gediegen, altertümlich und zeitlos zugleich.

Wundersame Reise, großartige Fülle. Und was ist unserem Verständnis ihrer Bücher hinzugefügt worden?

Es gibt eine Stelle in Virginia Woolfs Roman „Die Fahrt zum Leuchtturm", in der die Malerin Lily, zu Gast bei Familie Ramsay an der See, vor ihrer Leinwand sitzt und eben dabei ist, ihren Pinsel zu heben, um Farbe aufzutragen, da tritt Mr. Ramsay heran, schaut ihr über die Schulter, sein Schatten fällt auf sie, und Lily hört in ihrem Innern die Stimme von Mrs. Ramsay, die sie beharrlich, milde und mit der scheinbar unüberwindlichen Gewißheit der viktorianischen Dame zu einem Mitgefühl mit dem Mann auffordert, zu jener Geste weiblichen Kümmerns, die sagt: da bin ich für dich. Lily ahnt, dass diese Geste auf einem Fehlurteil beruht. Es lautet: ich, die immerfort Gebende, bin wie das Leben schlechthin! und traut sich selbst sehr viel, dem anderen aber wenig zu – vielleicht damit der weibliche Einfluß auf den Lauf der Dinge nicht allzu gering erscheint. Lily sieht, was Mrs. Ramsay nur ein Mal und nur als kurzes schwaches Aufleuchten wahrnimmt: dass das Leben auch noch etwas anderes ist, „etwas ganz ihr Eigenes, das sie weder mit ihren Kindern noch mit ihrem Mann teilte". Und während Mrs. Ramsays „den Gedanken nicht zu Ende" denkt, hält Lily eigensinnig daran fest: „da war ihr Bild; sie musste den Baum in die Mitte rücken; darauf kam es an – auf nichts sonst." Sie will malen, wie sie die Dinge sieht. Aber dennoch kann sie der Aufforderung Mrs. Ramsays nicht widerstehen und wendet sich dem Mann zu, dem linkischen, armen, der ohne sie in seiner Hilflosigkeit steckengeblieben wäre. Wäre er?

Dieser Kodex des Benehmens, festgezurrt im weiblichen Denken, - Virginia Woolf nennt ihn den „Engel im Hause", eine Gestalt „voll inniger Einfühlsamkeit": „Sie war unendlich liebenswürdig. Sie war gänzlich selbstlos. Sie war unübertroffen in den schwierigen Künsten des Familienlebens. Täglich opferte sie sich auf. Gab es Hühnchen, nahm sie das Bein; war irgendwo Zugluft, so saß sie darin – kurzum, sie war so beschaffen, dass sie weder einen eigenen Kopf noch einen eigenen Wunsch hatte, sondern es immer vorzog, mit den Köpfen und den Wünschen anderer übereinzustimmen." Als sie anfing zu schreiben, begegnet sie dem Engel, kaum dass sie die Feder ansetzt, beim allerersten Wort. „Laß niemanden ahnen, dass du einen eigenen Kopf hast." flüstert er. Es ist klar, dieser Engel muss umgebracht werden. Und ist er dann endlich abgemurkst und begraben, und das dauert lang, - denn „es ist weit schwieriger, ein Phantom totzukriegen, als eine Realität" -, da taucht auch schon der nächste auf, siehe da, wer hätte das gedacht, ein zweiter Engel, und wieder ein schön täuschender: es ist der Engel der literarischen Vernarrtheit.

Ich schreibe und schreibe geradeaus, schreibe nicht nach links, wie man es macht, nicht nach rechts, wie frau es besser machen sollte, nicht von oben herab, wie ich es besser kann als und nicht von unten herauf, wie es die anderen können, ich schreibe geradeaus – da steht plötzlich vor mir Virginia Woolf, ein mauvefarbener Engel, in der einen Hand eine Flasche mit grüner Tinte, in der anderen ihren pencil, den sie mir zur Schranke in den Weg hält, und sagt, hier geht es nicht weiter, es sei denn, du folgst mir nach und zwar blindlings. Zur Stärkung gibt sie mir einen Schluck von ihrer Tinte, auf dass auch ich grün schreiben kann. Ich bin sogleich berauscht. Taumle ihr nach.

Leonard Woolf, ihr Ehemann, sagt an einer Stelle über Virginia Woolf: „Und am wunderbarsten von allem ist ihre Stimme, die aus der Mitte der Felsen Dinge hervorzulocken scheint, tiefe Ströme, die sich lange an uranfänglichen Plätzen unter der Erde befunden haben. Wer einmal daraus trinkt, ist für immer berauscht".

Dies ist wahr. Virginia Woolfs Essays machen süchtig. Sie fließen dahin wie ein breiter Strom, geruhsam und schnell zugleich kommen sie um jede Biegung, reißen ein paar Büschel vom Ufer, verursachen kleine Wirbel, raunen, glucksen und fließen voran durch weite weite Ebenen. Sie schmecken nach köstlichem frischen Wasser. Virginia Woolf – ein literarischer Mose? Der auf den Felsen schlägt und nicht nur neue Gesetze des Schreibens gibt, sondern eine ganz neue Sprachquelle entdeckt: Sprudelndes Neues, unvorhersehbares Immerschonwahres.

Das, was den Durst beim Lesen zugleich stillt und vergrößert, ist die Schwerelosigkeit ihrer Beobachtungen, die Felsenfestigkeit ihrer Überzeugungen und ihre eigene Neugier, mit der sie – völlig unvoreingenommen und ehrlich – sich ihrem Gegenstand annähert. Außerdem zweifelt sie keinen Augenblick daran, dass das, was sie sagt, jetzt das ungeteilte Interesse verdient. Und das tut es tatsächlich. Denn fortwährend stellt man fest, dass diese Einsicht, die Virginia Woolf da leichthin findet, dass dies etwas ist, was man schon immer gern gewußt hätte (ohne den Wunsch dazu überhaupt gekannt zu haben!); es ist, bei näherer Betrachtung, genau das, es ist alles – fast! – was noch nötig war, um das Leben zu verstehen (glaubt man im Moment der Einsicht). Virginia Woolf spricht vom Leben, wenn sie über Literatur nachdenkt, und hierbei trifft sie ins Schwarze. Aber dies ist im selben Moment nicht mehr schwarz, es ist sehr sehr hell.

Das klingt ja großartig. Und das ist es auch: weil sie – tatsächlich wie Mose – unmißverständlich zu verstehen gibt, was wahr ist und was lügt.

Sie ist ein Engel, denke ich grün berauscht. Und deshalb, wenn ich schreiben will, geradeaus, dann muss auch dieser Engel, dem ich blindlings folgen will, weg. Es ist gut, wenn man möglichst bald merkt, dass das Geradegehen den besten Winkel zur Wirklichkeit bietet.

Ich glaube nicht, dass Virginia Woolf darüber erbost gewesen wäre: aber jetzt ist sie es, die um die Ecke gebracht werden muss. Es reicht nicht, mit dem eigenen Tintenfaß nach ihr zu werfen, und auch nicht, sie nur beiseite zu schieben oder auf einen Thron oder Sockel in sicherer Entfernung zu setzen, denn sie ist lange tot und umso besser beflügelt. Nein, sie muss buchstäblich um die Ecke gebracht werden. Denn die Tücke besteht in zweierlei: darin, dass ausgerechnet sie es ist, das große Vorbild des eigenen Kopfes, der diesem jetzt im Wege steht, der darum auch gar nicht merkt, wie grün er denkt, weil das Einverständnis mit ihr so vollkommen ist; und darin, dass gleichzeitig keine ihrer Einsichten verworfen werden, dass alles von ihr Erkannte bestehen bleiben muss. Dies bedeutet, dass - wer schreibt - auf Felsen zu schlagen hat; es bedeutet, dass, wo Steine bröckeln, noch lange kein Wasser fließt; und dass Wasser noch lange nicht köstlich schmeckt, nur weil es fließt. Es bedeutet, dass der Engel der literarischen Vernarrtheit sich auflösen muss in eine schlichte, objektive und gänzlich unempfindsame Beobachtung des literarischen Gegenstands, und zwar desjenigen, den die Schriftstellerin Virginia Woolf – und nicht der Engel – für wert erachtet hat, beschrieben zu werden. Wir wenden uns ihm zu. Wir lesen ihre Essays noch einmal und dämmen die Sucht ein, um dann noch genauer und noch leidenschaftsloser hinzuschauen als sie – vielleicht -, wir lernen und gehen schließlich weiter, mit einer Kehrtwendung, die miteinschließt, dass wir noch nicht wissen, was wir nun schreiben werden. Es ist eine Kehrtwendung fort von ihren Räumen. Denn es sind die ihren. Und es ist auch eine Wendung hin zu neuen, anderen, eigenen literarischen Gegenständen. Monk's House mag freudig betrachtet werden, Charlestons Lebensart mag inspirieren, aber es geht uns eigentlich nichts an. St. Ives ist ein Ort am Meer. Sobald der Engel der literarischen Vernarrtheit sich aufgelöst hat, ist der Kopf frei und die Bahn auch und es gibt viel zu sehen und zu schreiben. Das hat Virginia Woolf gemeint auf ihrer Reise zu den Brontés, und so viel haben wir jetzt von ihr verstanden, dass wir wissen, ihr ist hier zu glauben.

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